Bürgerinitiative Rennstrasse · Für die Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft in der Region  |  Impressum

Drei Windparks mit insgesamt bis zu 28 Windrädern – so sehen derzeit die Planungen aus, die von zwei Firmen (ABO-Wind und Windwärts) ausgearbeitet wurden.
Das Gebiet, auf dem die Windräder errichtet werden sollen, erstreckt  sich über eine Länge von etwa zehn Kilometern links und rechts entlang der Rennstraße.
Die Anlagen mit einer Gesamthöhe von ca. 200 Metern und mit einem Rotordurchmesser von nahezu 120 Metern stellen nicht nur optisch einen massiven Eingriff in die Natur dar: Für jede Anlage müssen nach offiziellen Angaben etwa 6.000 m2 Wald weichen – realistisch berachtet werden es eher 9.000 m2 sein. Tiefreichende Fundamente mit über 20 m Durchmesser werden möglicherweise zu einer Grundwasserabsenkung führen, welche den Wald weiter schädigen würde.
Was im Falle eines Brandes – Windräder dieser Größe gelten als nicht löschbar – einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Region droht, will man sich gar nicht vorstellen.

 

Die Bürgerinitiative Rennstraße hat sich aber nicht nur aus diesen Gründen das Ziel gesetzt, sich für die Erhaltung unserer Natur- und Kulturlandschaft zu engagieren. Insbesondere die Einwohner der betroffenen Ortschaften sowie die Wanderer in den betroffenen Gebieten müssen vor den Auswirkungen von Industrieanlagen im Wald und in unmittelbarer Nähe von Ortschaften geschützt werden.
Dabei geht es nicht um kurzsichtiges Handeln und das Ignorieren der zweifellos notwendigen Umstellung der Energieversorgung. Es geht darum, auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen und zu versuchen diese zu korrigieren bzw. zu verhindern.


 

Beispiele:

· Betreiber von Offshore-Windparks werden in den Ruin getrieben, weil der Stromnetzausbau nicht vorankommt.

· Atomkraftwerke bleiben weiterhin  bis zum Ende der Laufzeit am Netz,   obwohl mehr Energie als benötigt erzeugt wird.

· Kohlekraftwerke erhalten – trotz hohem CO2-Ausstoß – den Vorzug vor Gaskraftwerken.

· Strom aus Windenergie wird teilweise ins Ausland verschenkt, weil zum Zeitpunkt der Erzeugung Abnehmer fehlen.

Trotzdem werden auch weiterhin Windparks im Binnenland gebaut – vermutlich eher, um Subventionen abzuschöpfen als die Energiewende herbeizuführen.
Durch die  Fehlentwicklung im Ökostromausbau, durch die fallenden Strompreise an der Strombörse, sowie der Tatsache, dass Großverbraucher von der EEG-Umlage befreit werden können, kommt es dazu, dass die Kosten für den Endverbraucher unnötig in die Höhe getrieben werden.
Indirekt  können wir hieraus ableiten, dass wir die Zerstörung unserer Natur- und Kulturlandschaft, die Beeinträchtigung unserer Lebensqualität, den Wertverlust unserer Immobilien und Grundstücke etc., durch diese, von oberster Stelle verordnete  EEG-Umlage, auch noch bezahlen.
Wir missbilligen die Vorgehensweise einiger beteiligter Firmen und Institutionen, die offensichtlich, mittels Zurückhalten von Informationen, geplante  Windparks schnellstmöglich genehmigungstauglich machen wollen. Schließlich ist in Kürze mit strengeren Vorschriften zu rechnen, wodurch viele der geplanten Anlagen nicht mehr genehmigt  würden, da sie in Ausschluss- Gebieten liegen. Ebenso ist mit einer Kürzung der Subventionen für die Anlagenbetreiber zu rechnen, wodurch die erhoffte Rendite stark fallen würde.

 

 

Sachstand: Planungen der Windkraftanlagen (WKA)

• Windpark Riedelbach:
· Geplant und genehmigt: 7 WKA
  Die Genehmigung wurde erteilt, obwohl keine belastbaren
  Windmessungen vorliegen, ein Gutachten, welches das
  Vorkommen des Schwarzstorches im betroffenen Gebiet zum
  Thema hat, offensichtlich unvollständig ist und noch weitere
  Kriterien, die eine Genehmigung zumindst eines Teils der
  Anlagen hätte verhindern können, schlichtweg ignoriert
  wurden.
· Die für den Transport und den Bau benötigten Flächen
  wurden gerodet.
· Da der Standort selbst bei den noch gültigen EEG-
  Regelungen an der Grenze der Wirtschaftlichkeit liegt,
  könnte die geplante Gesetzesänderung durchaus einen
  Einfluß auf die Planungen haben.
· Die Tatsache, daß es ist bis dato nicht gelungen ist, eine
  Bürgergenossenschaft zur Beteiligung am Windpark zu
  organisieren, hängt möglicherweise mit diesen
  Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit zusammen.

• Windpark Hartmannsholz/Laubus/Tannenkopf:
· Geplant: 13  WKA
· Die Gemeinde Selters hat sich gegen die Errichtung
  von 4 WKA ausgesprochen, allerdings gehört das
  betroffene Waldgebiet dem Hessenforst.
· Die Gemeinde Weilmünster (3 WKA) hat
  die Entscheidung vertagt.
· Auf dem Gebiet Weilrod sind 6 WKA geplant.
  Laut Gemeindevertreterbeschluss vom 31.10.2013
  wird sich die Gemeinde Weilrod nur dann an dem Windpark
  beteiligen, wenn die Gemeinden Selters und Weilmünster
  sich für den Windpark entscheiden.

• Windpark Kuhbett
· Geplant: 8 WKA
· Gemeindevertretung Weilrod hat sich gegen 2 WKA
  auf Weilroder Gebiet ausgesprochen
· Avifaunistisches Gutachten wird seit April 2013 erstellt
  (Auftrag Stadt  Bad-Camberg)